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11.01.2019 – 21.01.2019

Da stehen wir also Sonntagmorgen um 11 Uhr an der Fähre und freuen uns auf die nächsten Wochen im schönen Marokko. Etwas Aufregung mischt sich unter die Vorfreude, da uns in der ersten Woche das Kamerateam begleiten wird. Dieses Mal nicht nur für einen Tag, sondern über einen längeren Zeitraum. Die Route hatten wir grob festgelegt, aber wir wissen ja aus Erfahrung, wie das mit den Plänen so ist… 😉 Wir hatten uns den Tag vor der Abfahrt mit der Fähre schon mit einem Freund getroffen, der ebenfalls einen Mercedes 310 Allrad von Iglhaut fährt. So starten wir also, zusammen mit Bo, gleich mit 2 Fahrzeugen. Die Überfahrt ist absolut ruhig und die Fähre pünktlich. Erfahrungsgemäß kann es ja auch mal ziemlich stürmisch sein, aber diesmal zeigt sich das Wetter von seiner besten Seite.

In Marokko angekommen, starten wir auch gleich nach Chefchaouen durch. Natürlich nicht über die Autobahn oder eine normale Straße. Da wollen wir unseren Gewohnheiten schließlich treu bleiben und wählen eine schöne kleine Nebenstrecke durch den grünen Norden. Angekommen in Chefchaouen, der blauen Perle von Marokko, stellen wir uns auf den einzigen örtlichen Campingplatz. Freistehen über mehrere Tage ist in der Gegend nicht wirklich zu empfehlen und da wir öfter auch in die Stadt gehen möchten, ist ein Campingplatz in Sachen Autosicherheit auch ganz praktisch.

Kaum auf dem Platz angekommen, entdecken wir auch schon Graeme und Luisa Bell. Die beiden kommen aus Südafrika und reisen mit ihren 2 Kindern in einem Landrover Defender um die ganze Welt. Wir freuen uns tierisch, sie wieder zu sehen. Auf der Abenteuer & Allrad Messe in Bad Kissingen im Mai 2018 hatten wir sie bereits kennengelernt und hatten über Facebook erfahren, dass sie noch in Chefchaouen sind. Aufgrund eines Kupplungsschadens stehen die vier mittlerweile seit 6 Wochen auf dem Campingplatz. Angesichts der Tatsache, dass das gewöhnliche Marokkovisum nur einen 3-monatigen Aufenthalt im Land vorsieht, sind 6 Wochen eine echt lange Zeitspanne. Die passenden Ersatzteile, die für den Defender fehlten, waren kurz vor unserer Ankunft bereits eingetroffen und das Auto repariert. Mit Graeme und Luisa verbrachten wir einen grandiosen Abend am Lagerfeuer und es stellte sich heraus, dass Graemes Großmutter aus Paderborn stammt. Man man man, das sieht man mal wieder, wie klein die Welt doch ist 😊.

Chefchaouen 15.01.2019

Als das Kamerateam morgens zu uns auf den Campingplatz kommt, bin zumindest ich schon ein wenig angespannt. Aber eigentlich ist alles ganz easy. Sie filmen uns bei dem, was wir so tun und begleiten uns später in die Stadt. Dort ist es mit so vielen Fremden Leuten drumherum schon ein wenig komisch und wir werden aufgrund der Kamera natürlich von allen angeschaut. An den Cascaden von Chefchaouen kommt sogar ein, sich etwas wichtigtuender, Marokkaner und will unsere Drehgenehmigung sehen. Glücklicherweise hat das Team einen marokkanischen Fahrer (Jamal) dabei, der schnell in die Bresche springt und sich auf eine lange, eben typisch marokkanische, Diskussion einlässt. Nach ca. 15 Minuten ist die Sache geklärt und wir dürfen weiterdrehen. Die meisten Marokkaner freuen sich, wenn sie merken, dass sie gefilmt werden. Natürlich gibt es aber auch einige, denen das nicht recht ist. Jamal kann die Situationen allerdings immer schnell aufklären und wir und das Kamerateam sind echt froh, ihn dabei zu haben.

Am nächsten Morgen stößt auch Peter, ein Freund aus Deutschland, zu uns auf den Campingplatz in Chefchaouen. Peter war schon bei der Silvesterparty dabei und möchte sich uns gerne anschließen, da er das erste Mal in Marokko ist. Außerdem kommen uns noch Nati und Sebi besuchen, die uns von Instagram und aus unserer Hippie-Busse Gruppe kennen. Alle zusammen machen wir ein kleines Lagerfeuer am Abend und lassen ihn mit netten Gesprächen ausklingen 😊.

Am nächsten morgen geht es dann zusammen mit dem Kamerateam, sowie mit Bo und Peter weiter Richtung Küste nach Moulay-Bousselham. Auf dem Weg dorthin drehen wir ein paar Fahrszenen und kommen gegen Nachmittag an. Das Kamerateam ist mit Jamal schon vorgefahren und wartet auf uns am Campingplatz. Auf die Frage von Jamal, ob der Dreh auf dem Platz in Ordnung ist, wird der Campingplatzbetreiber ziemlich ungehalten und ist damit keineswegs einverstanden. Er schimpft auf die Deutschen was das Zeug hält und wir können uns seine Aufregung nicht ganz erklären. Jamal versucht ihm immer wieder zu erklären, dass lediglich Oli und ich gefilmt werden sollen und der Platz nicht im Mittelpunkt steht, aber er lässt sich auf nichts ein. Da die Sonne bald untergeht, geben wir es auf, uns einen anderen Platz zu suchen und drehen lediglich ein paar kleine Szenen am Strand mit ein paar Fischerbooten im Hintergrund.

17.01.2019

Am nächsten Morgen brechen wir früh auf. Das Kamerateam ist am Abend zuvor schon bis nach Rabat gefahren, weil es sonst kein Hotel in der Nähe gab. Wir vereinbaren einen Treffpunkt an der Küste ca. 70km vor Safi. Von Moulay-Bousselham bis dorthin sind es knapp 400 km. Wir machen also zur Abwechslung mal ziemlich Strecke. Normalerweise ja nicht so unser Ding, so schnell unterwegs zu sein, aber da das Kamerateam nur eine Woche dabei sein kann, haben wir einen strikten Zeitplan 😉. Der Stellplatz an dem wir uns treffen ist wirklich schön. Direkt an den Klippen mit Blick aufs Meer. Dort drehen wir noch ein paar tolle Sonnenuntergangsszenen und verbringen einen netten Abend. Am Morgen regnet es ein wenig, was uns allerdings nichts ausmacht, da wir mit einem wunderbaren Regenbogen über dem Meer belohnt werden 😊.

Kurz darauf geht es auch schon weiter Richtung Essaouira. Dort wollen wir uns wieder mit dem Kamerateam treffen. Hier drehen wir nochmal ein paar Stadtszenen. Die Campingplatzsituation in Essaouira ist leider echt blöd. Es gibt lediglich einen Platz dort, der allerdings ziemlich klein ist und völlig überfüllt. Letztes Jahr noch gab es einen Parkplatz direkt am Strand hinter den Dünen, auf dem man gegen eine Parkgebühr auch übernachten durfte. Aktuell ist das nicht mehr erlaubt und deshalb ist es kaum noch möglich, in Essaouira mit dem Wohnmobil sorgenfrei zu stehen. Wir handeln schließlich mit unseren drei Fahrzeugen einen guten Preis pro Nacht (inkl. Tagesparken am nächsten Tag) aus und können für 50 Dirham (ca. 4,70 Euro) direkt im Hafen auf dem Stadtparkplatz übernachten. Klar ist das nicht wirklich ein Traumplätzchen, aber dafür können wir abends in der Stadt umherschlendern und haben es nicht weit zum Auto 😉. Dort auf dem Parkplatz treffen wir auch Christiane und Alex wieder, die wir auf der Fähre nach Tanger Med getroffen hatten. Die beiden sind mit ihrem Mercedes Vario unterwegs und haben ebenfalls mit den Parkplatzwächtern einen Übernachtungspreis ausgehandelt. Stolze 200 Dirham!!! Tja, so kann man in Marokko natürlich auch ab und zu mal abgezogen werden, wenn man nicht aufpasst 😉.

Bevor es samt Kamerateam weiter die Küste runtergeht, besorgen wir in Essaouira noch leckeren frischen Fisch direkt von den Fischern aus dem Hafen. Der letzte Abend mit dem Team steht an und wir möchten diesen mit einem Lagerfeuer, leckerem Essen und Gitarrenmusik ausklingen lassen.

Wir machen uns auf den Weg nach Tafedna. Dort, in einer kleinen Bucht mit tollem Sandstrand, schlagen wir unser Lager auf einer kleinen Anhöhe auf. Ein paar Meter weiter gibt es bereits eine Feuerstelle, die wir vergrößern und kurz darauf anfachen.
Aus Zucchini, Auberginen, Möhren, Kartoffeln, Oliven, frischem Koriander und vielen Gewürzen bereite ich eine Tajine vor und stelle sie auf den Gasherd. Martin, der Tonmann des Kamerateams, spielt Gitarre. Auch ich habe meine Gitarre dabei, kann allerdings noch nicht wirklich spielen. Während die Tajine vor sich hin schmorrt und die Sonne untergeht, bringt Martin mir ein paar Gitarrengriffe und Übungen bei. Zusammen klimpern wir auf den Gitarrensaiten und der Rest unserer Gruppe schürt das Feuer für den Fisch, den wir in ein Grillgitter packen und kurz darauf auf dem Feuer braten. Die Stimmung ist herrlich! Der Fisch schmeckt göttlich und auch die Tajine ist mir gut gelungen 😉. Am Ende trällern wir ein paar Lieder, bei denen Martin uns mit der Gitarre begleitet. Ein rundum gelungener Abend also 😊.

Am 20.01. wäre eigentlich noch Drehtag, aber da wir schon soooo viel Zeugs im Kasten haben, können wir uns ziemlich entspannen. Über eine tolle kleine Offroadstrecke fahren wir weiter südlich nach Imsouane. Dort treffen wir uns wieder mit dem Kamerateam und drehen nur noch ein paar kleine Abschlussszenen, mit Dingen, die wir gern noch los werden wollen 😉. Ich koche für alle noch frischen marokkanischen Minztee und kurz darauf verabschieden wir uns auch schon von dem Kamerateam. Alles in allem war es eine echt schöne und spannende Zeit. Größtenteils natürlich, weil uns Beate, Martin und Frank super sympathisch waren und wir auch abseits der Kamera viel zu quatschen hatten. Trotzdem sind wir auf der anderen Seite auch froh, die „Verfolger“ jetzt los zu sein 😉. Nun gibt es keinen Zeitplan mehr und man kann wieder nach Herzenslust dummes Zeug reden, was nicht aufgenommen wird. Wir können wieder länger an einem Ort bleiben, der uns gefällt, so wie es eigentlich unsere Gewohnheit ist. Einfach frei entscheiden, wonach einem gerade der Sinn steht, ist ja gerade das tolle an so einem Reiseleben, bei dem die Zeit keine große Rolle spielt!

Sooo und jetzt geht es im nächsten Artikel wieder alleine weiter. Naja, zumindest ohne Kamerateam. Bo und Peter haben wir ja weiterhin dabei 😊.

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