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Soooo, jetzt geht es los! Die ganze Zeit schiebe ich die regelmäßigen Blogbeiträge vor mir her, weil ich mir vorgenommen hatte, die Reise von Anfang in Blogbeiträgen festzuhalten und mit dem Anfang der Reise zu beginnen. Mit dem einzigen Ergebnis, dass ich überhaupt nicht anfange, weil so viel Arbeit vor mir liegt ?. Also, Planänderung. Ich beginne einfach mit dem aktuellen Geschehen und schreibe zusätzlich nach und nach Beiträge zu den vergangenen Reiseerlebnissen.

Aktuell befinden wir uns bei der heißen Quelle zwischen Guelmim und Fask. Hier ist das Wetter dieser Tage traumhaft und wir haben beschlossen, ein paar Tage zu bleiben. Guelmim haben wir auf der Hinfahrt an der Küste entlang links liegenlassen und so haben wir jetzt die Gelegenheit, uns die Stadt näher anzuschauen. Wir staunen nicht schlecht, als Dominik und Debbi, unsere Schweizer Freunde, nach einem Besuch beim Tierarzt eine Bierquelle ausfindig machen. Bier ist hier derart schwer zu bekommen und so teuer, dass es für viele Reisende (und auch für einige Einheimische) quasi zur zweiten Währung wird. Tut dir ein Marokkaner einen Gefallen, kommt es nicht selten vor, dass er unser kleines „Trinkgeld“ ablehnt und nach einem Bier fragt. Auch untereinander entsteht mit anderen Reisenden ein reger Tauschhandel. Guelmim steigt durch die Möglichkeit an Bier zu gelangen also eindeutig in unserer Beliebtheitsskala ?. Naja, soweit so gut. Auch sonst gefällt uns die Stadt ganz gut und ich habe das Gefühl, es gibt hier weniger Müll als in den meisten Marokkanischen Städten. Oft fahren wir durch die Dörfer ohne je eine einzige Mülltonne zu Gesicht zu bekommen. Als braver Deutscher, der seinen Müll nicht in der Gegend herumliegen lässt, wird das wirklich zum Problem. Die meisten Marokkaner verbrennen ihren Müll einfach im eigenen „Garten“ oder am Rande des Dorfes auf einem Sammelplatz. Dort tummeln sich dann wilde Hunde, Katzen und Esel, die im Müll nach essbaren Überbleibseln suchen.

Die Nacht vom 11.auf den 12. Februar verbringen wir auf einem kleinen feinen Campingplatz in Ain Nakhla westlich von Guelmim. Zu unserer Überraschung gibt es ein freudiges Wiedersehen mit Jule, Fritz und der Feuerwehr. Es passen gerade mal höchsten 20 Fahrzeuge auf den Platz und der Besitzer, ein netter Marokkaner namens Habbad, hat den Platz mit einem Nomadenzelt ausgestattet, in dem er seinen Gästen Tee serviert und sie mit seiner erfrischenden, freundlichen Art unterhält. Hinter dem Platz befindet sich sein Garten. Quasi eine Oase in der Oase. Mit viel Liebe zum Detail hat sich seine Familie dort ein wunderschönes Plätzchen geschaffen. Der Campingplatz ist relativ günstig (50 DH pro Nacht, Dusche 10 DH extra) und wir genießen eine warme Dusche in einer mit bunten marokkanischen Kacheln gefliesten Dusche. Abends gibt es Tee im Nomadenzelt und ein Lagerfeuer aus Palmwedeln. Logisch, die wachsen hier ja zu genüge. Für mich ist Ain Nakhla das bisher schönste Dorf, welches wir auf unserer Tour gesehen haben. Warum? Weil dort sooooo viele tolle Palmen sind! Eine Oase also, durch die ein kleiner Fluss fließt. Und weil das noch nicht genug ist, ist es auch dort überdurchschnittlich sauber für Marokko. Zumindest haben wir den Eindruck, dass es so ist. Beim morgendlichen Spaziergang mit Sam, entdecke ich so viele schöne Palmenkulissen, dass ich aus dem Schwärmen gar nicht herauskomme. Die Menschen sind nett, lächeln und winken freundlich wie eigentlich überall in Marokko.

Ansonsten bekommt man in Guelmim alles, was man so benötigt und wir frischen unsere Vorräte auf, bevor wir zur Quelle fahren. Die Quelle selbst ist eigentlich mehr ein Rohr, welches aus der Erde ragt. Heraus sprudelt ununterbrochen leicht schwefelhaltiges, heißes Wasser, so wie an jeder heißen Quelle eben. Trotzdem ist es für uns ein wahrer Luxus so schönes heißes Wasser zur Verfügung zu haben. So endet der erste Tag an der Quelle natürlich in einer nächtlichen Badezusammenkunft. Erst als das mitgebrachte Bier zur Neige geht und unsere Hände und Füße schrumpelig sind, steigen wir aus dem Becken, wickeln uns in unsere Handtücher und fallen müde ins Bett. Schon anstrengend so ein Reiseleben ?…

Den heutigen Tag startet Oli mit einem erneuten Bad im heißen Wasser, während ich mich dem Nichtstun widme. Ich schätze daran wird sich auch für den Rest des Tages nicht viel ändern, denn wir genießen die Ruhe und Entspanntheit, nachdem wir die letzten Tage fast nur offroad unterwegs waren. Später parken wir noch um und merken, dass es bei der Quelle immer voller wird. Die Franzosen mit ihren riesen LKW’s machen sich mit großen Wagenburgen breit. Generell nette Leute, aber das nächtliche Treiben wird uns ein wenig zu bunt. Lautes Trommeln bis morgens um 2-4 Uhr kann man sich zwar mal anhören, aber eben nicht jede Nacht ;-). Da wir aber ohnehin beschlossen hatten, morgen weiterzufahren, stört es uns nicht weiter.

Unsere angepeilte Route führt uns Richtung Westen, aber wohin genau das entscheiden wir, wenn es soweit ist ;-).

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